Erfolg hat viele Gesichter: Die Female Business Days 2026

farm-kn 20. Oktober 2026

Freitagabend, 18 Uhr, Bücklestraße 3 in Konstanz. Die Female Business Days 2026 sind mit dem Auftakt „Role Models im Dialog: Frauen gestalten Wirtschaft“ gestartet. Unter dem Motto „Erfolgreich. Gleich. Berechtigt.“ kamen Frauen aus Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Unternehmertum zusammen, um über Gründung, Führung und neue Arbeitsmodelle zu sprechen. Hier kommt der Rückblick.

Auftakt der Female Business Days 2026 Fotos © Patrick Doodt

Gastgeberinnen: Motto und Mission

Den Anfang machte Melanie Eckhard, Leitung der Wirtschaftsförderung, mit der Begrüßung und dem Blick auf den Standort. Ihre Botschaft: Gleichstellung ist ein Standortfaktor. Wenn Frauen ihre Qualifikationen voll einbringen können, wächst das Fachkräftepotenzial der Region. Vorbilder machen außerdem sichtbar, dass es noch Ungleichgewichte gibt und dass sich daran etwas ändern lässt.

Danach sprach Christina Groll, Leitung von farm – Gründung & Innovation. Sie stellte farm als Anlaufstelle für Gründungsinteressierte, Gründerinnen und junge Unternehmen in der Region vor. Die Female Business Days gibt es bei farm seit 2022, in diesem Jahr erstmals landkreisweit. Ihr Satz des Abends:

„Ökonomische Gleichstellung ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch eine Frage der wirtschaftlichen Zukunftsfähigkeit.”  – Christina Groll, Leitung farm – Gründung & Innovation

Zum Schluss stellten sich Lara Nerpel und Jennifer Ribler, die Präsidentinnen des BPW Club Konstanz-Bodensee e. V., vor und präsentierten den BPW. Der Club bringt berufstätige Frauen zusammen, bietet Netzwerkangebote und Austausch und ist in diesem Jahr Kooperationspartner der Female Business Days. Ihre Einladung an alle Anwesenden: nach dem Programm bitte vernetzen.

Der Impuls: Warum Vorbilder den Unterschied machen

Den Impuls hielt Rita Strassburg, Diplom-Ökonomin, systemische Coachin und Beraterin für KMU, Start-ups und Gründung. Anhand aktueller Zahlen zeigte sie, wo Frauen im Beruf und in der Gründung ausgebremst werden:

  • Führung: Bei der ersten Führungsrolle werden Frauen seltener befördert. Auf 100 Männer kommen 81 Frauen (McKinsey, „The Broken Rung”, 2025).
  • Gründung: 91 Prozent des Wagniskapitals fließen an reine Männerteams (Female Founders Monitor 2025).
  • Vereinbarkeit und Einkommen: Der Gender Pay Gap liegt bei 16 Prozent, bereinigt bei 6 Prozent. Nur 12 Prozent aller Führungskräfte arbeiten in Teilzeit. Von den Erwerbstätigen mit Kind unter drei Jahren sind 40 Prozent der Mütter, aber 89 Prozent der Väter erwerbstätig.
  • Vorbilder: 57 Prozent der Frauen halten ein nahbares Vorbild für entscheidend für den eigenen Karriereerfolg. Frauen, die von weiblichen Mentorinnen unterstützt werden, erreichen zu 28 Prozent Senior-Leader-Positionen, ohne Unterstützung sind es 19 Prozent.

Das Fazit ihres Impulses: Kinder bremsen die Karriere von Müttern, nicht von Vätern. Und weibliche Vorbilder wirken, denn sie zeigen, dass es anders geht und wie es geht. Rita Strassburg stellte den Abend unter die Frage, was Frauen tun müssen, um erfolgreich zu sein, und was Wirtschaft, Organisationen und Gesellschaft verändern müssen, damit Frauen ihr Potenzial entfalten können.

Das Podium: vier Frauen, vier Perspektiven

Auf dem Podium saßen Anke Traber, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg, Helena Dietz und Susanne Mahler-Siebler, Doppelspitze der Stabsstelle Kommunikation & Marketing der Universität Konstanz, sowie Tracey Kent, Stylistin, Farbberaterin und Mitinhaberin von Oben-Unten in Konstanz. Sie standen für drei Führungssituationen und drei Wege: geteilte Führung in einer Doppelspitze, Führung in einer großen Organisation und Führung im eigenen Unternehmen. Moderiert wurde das Gespräch von Rita Strassburg, die jeder Gästin die passende Frage stellte und aus dem Podium ein echtes Gespräch machte.

Anke Traber brachte über 40 Jahre Erfahrung in der Bundesagentur für Arbeit mit. Ihr zentrales Anliegen: Frauen sollen finanziell unabhängig sein, Karrierebarrieren müssen abgebaut werden, und Mut zur Führung gehört dazu.

„Frauen brauchen finanzielle Unabhängigkeit und den Mut, Führung zu übernehmen.”  – Anke Traber, Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg

Auftakt der Female Business Days 2026 Fotos © Patrick Doodt
Auftakt der Female Business Days 2026 Fotos © Patrick Doodt

Helena Dietz und Susanne Mahler-Siebler leiten gemeinsam die Stabsstelle Kommunikation und Marketing der Universität Konstanz als Doppelspitze. Sie zeigten, dass dieses Modell im Alltag nicht nur Arbeit teilt, sondern auch Verantwortung, Ideen und Rückhalt. Dass gemeinsame Führung nicht immer ohne Reibung funktioniert, gehört zur ehrlichen Wahrheit dazu. Für Organisationen kann das Tandem aber ein echter Gewinn sein.

„Geteilte Führung bedeutet geteilte Verantwortung, und genau daraus entsteht Rückhalt.”  – Helena Dietz und Susanne Mahler-Siebler, Universität Konstanz

Tracey Kent ist Stylistin, Farbberaterin und Mitinhaberin von Oben-Unten in Konstanz. Nach dem Studium im Mode- und Designmanagement arbeitete sie viele Jahre in der Branche, bevor sie den Schritt in die Selbstständigkeit wagte. Ihr Rat an Gründungsinteressierte: auf das eigene Bauchgefühl hören und den Mut zur Weiterentwicklung haben.

„Glaubt an eure Ideen, ergreift Chancen und geht euren eigenen Weg.”  – Tracey Kent, Gründerin und Inhaberin des Modegeschäfts oben-unten

Dankeschön an alle Beteiligten

Ein herzlicher Dank geht an alle Speaker:innen des Abends: Christina Groll, Melanie Eckhard, Lara Nerpel, Rita Strassburg und Jennifer Riebler, Anke Traber, Helena Dietz, Susanne Mahler-Siebler und Tracey Kent. Ebenso danken wir unserem Kooperationspartner BPW Germany – Club Konstanz-Bodensee e. V. für die starke Zusammenarbeit und dem ganzen farm-Team für die Vorbereitung und Organisation des Abends.

Die Erkenntnisse, die bleiben

  • Erfolg hat viele Gesichter. Karrieren verlaufen selten geradlinig, und genau das macht sie oft stark.
  • Gleichstellung ist mehr als Recht. Der Prüfstein ist, ob Frauen und Männer in vergleichbaren Positionen gleich viel verdienen, besitzen und entscheiden.
  • Doppelspitzen funktionieren. Geteilte Verantwortung kann Führung vielfältiger und oft auch entspannter machen.
  • Mut ist ansteckend. Wer sichtbare Vorbilder hat, traut sich mehr zu.

Fazit: Netzwerk und Mentoring gegen strukturelle Hürden

Der Abend hat eines deutlich gemacht: Viele Hürden, etwa bei finanzieller Unabhängigkeit, Sichtbarkeit, Karrierewegen oder Vereinbarkeit, sind strukturell verankert. Sie lassen sich nicht allein durch individuelles Engagement überwinden. Genau hier werden Netzwerke und Mentoring wichtiger denn je. Gute Netzwerke öffnen Türen, Mentoring gibt Orientierung und Mut, und der Erfahrungsaustausch macht Erfolgsmuster sichtbar. Die Female Business Days wollen dafür Räume schaffen.

Die Female Business Days 2026 sind ein Angebot von farm – Gründung & Innovation im Rahmen der Frauenwirtschaftstage Baden-Württemberg. Zusammen mit Kooperationspartnern aus Konstanz, Stockach, Singen und Radolfzell wurde ein umfangreiches, landkreisweites Programm vom 16. – 23. Oktober 2026 entwickelt und umgesetzt.

Fotos © Patrick Doodt

Auftakt Female Business Days 2026 Fotos (c) Doodtmedia
Auftakt Female Business Days 2026 Fotos (c) Doodtmedia
Auftakt der Female Business Days 2026 Fotos © Patrick Doodt
Auftakt der Female Business Days 2026 Fotos © Patrick Doodt

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