Das normale Neu der Arbeitswelt

Birka Kallenbach 16. Februar 2022

Markus Brink hat sich 2021 mit „Normal New“ selbstständig gemacht. Er beschäftigt sich mit New Work, Transformation und Change. Was das genau bedeutet und wie er Firmen bei ihren Vorhaben begleitet, erklärt er im Interview mit farm.

Markus, was machst du mit „Normal New“?

Ich mache Marketing für Veränderungen. Konkret unterstütze und begleite ich Unternehmen und Organisationen in der Kommunikation von Veränderung hin zu Ihrem „neuen Normal“. Wobei ich das „normale Neu“ bevorzuge. Denn „New Normal“, wie es seit der Pandemie vermehrt im Zusammenhang mit Veränderungen verwendet wird, kann auch etwas bedrohliches bei Betroffenen auslösen.  Das Sprichwort „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht“ beschreibt die natürliche Grundskepsis von viele Menschen da ganz treffend. Hier fängt meine Arbeit als New Work Facilitator, Business Coach und langjähriger Strategischer Kommunikationsberater an.

Was für Veränderungen sind das, die du begleitest?

Das ist unterschiedlichster Natur.  Das kann von einer Umstrukturierung durch M&A, Einführung von generell neuen Prozessen, Umzug in neue Büroräume bis hin zu einem Generationenwechsel in einem klassischen Familienunternehmen alles sein.  Überall, wo eben etwas „Neues“ entstehe, eine Änderung/Anpassung stattfinden soll.

Aktuell sind die Themen New Work und Digitalisierung hoch im Kurs. Hierfür habe ich mich letztes Jahr an der TAM in Berlin zum New Work Facilitator ausbilden lassen. Ein sehr Interessantes Arbeitsfeld, da wir hier in unserer Gesellschaft noch ganz am Anfang stehen und durch Pandemie und Digitalisierung sozusagen „unfreiwillig“ in einen Beschleunigung-Loop katapultiert wurden.

Markus Brink in seinem Büro bei farm – seine Mission ist es, Unternehmen in einem positiven Wandel zu unterstützen.

Was genau leistest du in der Begleitung solcher Prozesse?

Meine Kernaufgabe ist das Erarbeiten und Umsetzen der Kommunikation in und von Veränderungsprozessen. Denn, und das besagen mehrere unabhängige Studien – round about 80% aller Veränderungsvorhaben scheitern. Der Hauptgrund ist fehlende, intransparente und nicht wertschätzende Kommunikation.

Ich komme ursprünglich aus der klassischen Werbekommunikation. Eine Veränderung in Form eines Change- oder Transformationsprozesses befolgt in der Kommunikation nahezu dieselben Regeln. Ich erarbeite mit Betroffenen und Interessenvertretern (Zielgruppen) Kommunikationsleitfäden (Strategie) und Kampagnen (Botschaft) für die anstehenden Veränderungen (Ziele). Das unterscheidet mich zu vielen klassischen Unternehmensberatungen. 

Der zweite Schwerpunkt ist das Initiieren und Begleiten von New Work Prozessen. Auch hier ist Kommunikation immens wichtig. Gemeinsam mit Geschäftsleitung/Führung und Arbeitnehmern wird erarbeitet, wie das Arbeiten der Zukunft im Unternehmen aussehen kann.

Du hast das Thema New Work als aktuell brennendes Thema genannt. Was bedeutet den New Work? Beziehungsweise was muss man sich darunter vorstellen?

Eine gute Frage die sich nicht pauschal beantworten lässt, da es für jeden etwas anderes bedeutet. Es gibt kein Konzept das man aus der Schublade zieht. Denn unsere Arbeitswelt mit all seinen Arbeitsfeldern, Unternehmen und vor allem Unternehmenskulturen ist „same same but different“.

Es geht vielmehr darum individuelle Modelle zu finden, die die Interessen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber so miteinander verheiraten, dass das Unternehmen weiterhin erfolgreich wirtschaftet und der Arbeitnehmer sich in seiner Rolle wohlfühlt. Nicht als „Human Ressource“, sondern als wertgeschätzter Mensch, der wie jeder andere seinen/ihren Beitrag zum Erfolg des Unternehmens leistet.

Das Prinzip in der Findung solcher Modelle muss dabei frei von bestehenden Konventionen sein.  Mein Prinzip „Es gibt nicht das Richtig oder das Falsch, sondern ein funktioniert oder funktioniert nicht.

Denn über den Tellerrand schauen bzw. kreativ zu denken, erweitert enorm Horizonte und ermöglicht neue Wege zu gehen.

Mit dem kommenden Generationenwechsel werden Themen wie Sinnhaftigkeit, Unternehmenskultur und Anerkennung/Wertschätzung eine größere Rolle bei der Jobwahl einnehmen. Hier gilt es als Unternehmen im relevant Set zu sein.

Markus, danke für das Gespräch!

Hier geht es zum Profil von Normal New bei farm.

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